Wings for Life Run 2020

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Aktuell macht der Vereinssport eine schwere Zeit durch. Dass es einmal zu einer solchen Ausnahmesituation mit einer derartigen Einschränkung der sportlichen Aktivitäten in der Gemeinschaft kommen würde hätten sich wohl die wenigsten vorstellen können.

In diesen Zeiten wird vielen bewusst, was für ein wertvolles Gut gemeinsame Tätigkeiten sind, ob im Sport oder anderswo.

Leider ist es nicht jedem vergönnt sich mit der Kraft der eigenen Beine vorwärts zu bewegen. Um Geld für einen guten Zweck zu sammeln wurde der Wings for Life Run ins Leben gerufen. Seit 2014 findet er jährlich statt und jeder, der sich dazu in der Lage fühlt, kann weltweit daran teilnehmen. Das Besondere an dem Lauf: alle Einnahmen, sowohl Stargelder als auch Spenden, kommen zu 100 Prozent der Rückenmarksforschung zu Gute.

Die Gründung der Wings for Life Stiftung geht auf den zweifachen Motocross-Weltmeister Heinz Kinigadner und den Red Bull Gründer Dietrich Mateschitz zurück. Als Folge eines  tragischen Unfalls im Jahr 2003 erlitt Kinigadners Sohn eine Querschnittslähmung. Das war  Anlass dafür eine Stiftung zur Heilung von traumatischen Querschnittslähmungen ins Leben zu rufen – der Start eines Projekts mit einer weltweiten Dimension, um leidenden Menschen etwas Lebensqualität zurückzugeben.

Das Laufformat ist einzigartig. Der oder die Laufende bekommt eine halbe Stunde Vorsprung, bevor seine Verfolgung aufgenommen wird. Der Verfolger, genannt Catcher Car, startet mit einer Geschwindigkeit von 14 km/h und erhöht diese in den ersten zwei Stunden halbstündig um 1 km/h. Nach 2 Stunden ist er also bei 18 km/h. Das Starterfeld ist bis dahin meistens schon sehr dezimiert, denn es müssen immerhin 31 Kilometer in den zweieinhalb Stunden zurückgelegt werden. Das Catcher Car steigert seine Geschwindigkeit anschließend halbstündig um 4 km/h, bis er nach fünf Stunden 34 km/h erreicht hat und dieses Tempo bis zum Ende des Rennens hält. Allerdings müsste man 96 Kilometer in 3:07 min/km laufen, um dann noch im Rennen zu sein. Das hat bisher noch niemand geschafft. Der Rekord bei den Männern liegt bei 92.14 Kilometern, von Aron Anderson 2017 in Dubai mit einem Rollstuhl aufgestellt, und 68.21 Kilometern bei den Frauen, 2018 von Dominika Stelmach in Santiago aufgestellt. Giorgio Calcaterra ist 2016 in Mailand ohne technische Hilfsmittel 88.44 Kilometer weit gelaufen. Jedoch wurde bis einschließlich 2018 das Tempo des Catcher Cars langsamer erhöht. Seit der Anpassung der Geschwindigkeiten haben Michael Taylor in diesem Jahr mit 69.92 Kilometern und Nina Zarina mit 54.23 Kilometern am längsten durchgehalten.

Doch wie ist es möglich, dass fast jeder weltweit daran teilnehmen kann? Es gibt drei Möglichkeiten bei dem Lauf mitzumachen. In den Anfängen 2014 wurde der Wings for Life Run an 34 Orten weltweit als Flagship Run ausgetragen. Das Catcher Car fährt als satellitengesteuertes Auto in der vorgegebenen Geschwindigkeit hinterher und sammelt die Laufteilnehmenden ein. Wer eingeholt wird, für den ist das Rennen beendet. Seit 2016 gibt es zudem die Möglichkeit an einem App Run teilzunehmen, entweder zentral organisiert oder individuell. Der organisierte App Run findet häufig in mittelgroßen Städten statt, wo alle Teilnehmenden die gleiche Runde laufen und mittels einer App auf ihrem Smartphone getrackt werden. Der individuelle App Run ermöglicht es allen übrigen zu laufen, wo immer sie möchten. Benötigt werden lediglich ein GPS-fähiges Smartphone und die App. Der Start findet um 11 Uhr nach koordinierter Weltzeit statt. Das garantiert, dass weltweit alle zur selben Zeit starten. In der Zeitzone, in der sich Deutschland befindet, beginnt der Lauf beispielsweise um 13 Uhr. In Dubai gehen die Teilnehmenden um 15 Uhr auf ihre Strecke und in New York um 7 Uhr.

Beim ersten Wings for Life Run umfasste das Teilnehmerfeld 35397 Personen. 2015 gingen schon gut doppelt so viel Sportbegeisterte an den Start. Im darauffolgenden Jahr überschritt die Teilnehmerzahl erstmals die magischen 100000, gut 130000 Läuferinnen und Läufer nahmen teil. Die höchste Anzahl an Startern wurde 2017 erreicht: 155288. Dabei wurde zugleich die Rekordsumme von 6,8 Millionen Euro erzielt.

In diesem Jahr nahmen 77103 Personen aus über 100 Ländern teil. Unter Anbetracht der Umstände, dass nur der individuelle App Run stattfinden konnte und jede/r Einzelne für sich laufen musste, ist das eine beträchtliche Teilnehmerzahl.

Mit dabei waren auch ein paar Athleten vom KSC Strausberg und von der LG Göttingen, nämlich Torsten, Stefan und Arne Langbecker. Während Stefan und Torsten das Rennen gegen das Catcher Car im Team liefen, nahm Arne seine Beine allein in die Hand. Er führte in Leipzig ein Fernduell gegen seinen Freund aus Schultagen, der in Berlin das Wuhletal unsicher machte. Punkt 13 Uhr nach mitteleuropäischer Zeit fielen in Brandenburg, Berlin und Sachsen die Startschüsse. Kurzer Wettercheck: BB 12 °C, trocken; B 10 °C, trocken; SN 11 °C, Regen.

Team Brandenburg, das dieses Jahr Premiere feierte, lief von Beginn an ein schnelles Tempo. Sie hatten mit etwas über 30 Kilometern Laufleistung geplant. Dass Torsten und Stefan dennoch ein hohes Tempo angehen konnten ermöglichte ihnen die besondere Konstellation: sie konnten sich mit dem Laufen abwechseln, während der andere zeitgleich mit dem Fahrrad nebenherfuhr. Trotzdem war das Rennen kein Zuckerschlecken, denn das Tempo bis zur Endphase hochzuhalten erforderte einiges an Stehvermögen. Doch sie wurden mit einer hervorragenden Gesamtdistanz von 44.86 Kilometern belohnt. Dabei lief Stefan 17.16 Kilometer in 1:16 Stunden und Torsten 27.7 Kilometer in 1:57 Stunden. Diese wirklich herausragende Teamleistung bedeutete weltweit den 2. Platz auf dem Treppchen in der Altersklasse M50.

In Leipzig hatte Arne kein Glück mit dem Wetter. Das war jedoch vergessen, als das Rennen startete. Er, der im Vorjahr erstmals dabei war, liebäugelte mit einer Gesamtdistanz von über 20 Kilometern. Das wäre, unter Anbetracht seiner Ambitionen und Orientierung im Training eher auf die Kurzdistanz sowie schnellkräftige Disziplinen, schon eine außerordentliche Leistung. Bis zum Kilometer 18 lief es erstaunlich gut. Die Durchgangszeit bei zehn Kilometern betrug 47 Minuten, doch mit zunehmender Laufzeit wurden die Beine immer schwerer. Die letzten beiden Kilometer vor der 20-Kilometer-Marke erwiesen sich als sehr zäh, denn das kühle Wetter und die nachlassende Kraft erforderten einige Geh- und Dehnpausen, um die zunehmend krampfende Muskulatur zu entlasten. Als der Verfolger ihn nach 1:54 Stunden einholte standen 20,93 Kilometer zu buche. Das Fernduell mit dem Kumpel war damit zu seinen Gunsten entschieden. Allerdings spielte das nur eine nebensächliche Rolle, denn im Vordergrund stand, neben der läuferischen Herausforderung, nur der karitative Gedanke. Trotz der Anstrengung hat es hat allen Beteiligten Spaß gemacht.

Gerade jetzt ist es wichtig nicht aufzugeben, sondern zusammenzustehen und gemeinsam wieder auf bessere Zeiten zu hoffen. Diese sind zum Glück in Aussicht. Deshalb wünschen wir allen KSC Mitgliedern, ihren Angehörigen und Bekannten und jedem Einzelnen viel Kraft und Gesundheit. Lasst uns zusammen positiv in die Zukunft schauen!

Geschrieben von Arne
 

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